„It‘s not democracy without feminism“ (deutsch: Es ist keine Demokratie ohne Feminismus) – lautet der Titel der Ausstellung der MO-Kunstpreisträgerinnen 2025, die eine Delegation des HGDO im Frühjahr besuchte.
In der Mädchen-AG des HGDO entwickeln die Schülerinnen partizipativ interessante Themen und Projekte, besuchen passende außerschulische (Lern-)Orte und verbringen miteinander Zeit im Kontext eines entspannten und achtungsvollen Miteinanders. In diesem Rahmen fand der Ausstellungsbesuch statt, der von Herrn Mönig und Herrn Ridde rorganisiert wurden. Ein besonderer Interessenschwerpunkt unserer Gruppe, bestehend aus Aysemelike, Sara, 𝖡erfin und Miriana, lag auf der Auseinandersetzung mit den „Guerilla Girls“. Dabei handelt es sich um eine anonyme Künstlerinnengruppe, die seit den 1980er-Jahren auf fehlende Gleichberechtigung in der Kunstwelt hinweist.
„Do women have to be naked to get into the Met. Museum? (deutsch: Müssen Frauen nackt sein, um ins Met. Museum zu kommen?)“– Der Titel der Plakataktion der Guerilla Girls aus dem Jahr 1989 sorgte bereits damals für Aufsehen. „Nur fünf Prozent der Werke in der Sammlung des New Yorker Museums waren von Künstlerinnen. Wenn Frauen dort in der Kunst vorkamen, dann als Objekte und meist nackt“, so fasst ein Artikel der Nordstadtblogger das durch die Guerilla Girls sichtbar gemachte Missverhältnis zusammen.
Wir hatten bei unserem Treffen die Möglichkeit, durch die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Sarah Hübscher am Ausstellungsort empfangen zu werden. Am bekannten Dortmunder U trafen wir auf die Dortmunder Kuratorin und Projektleiterin verschiedener Bildungsformate und folgten ihren Schritten wie Worten mit spannenden Informationen und anregenden Gesprächen sowohl durch die Ausstellung des Künstlerinnenkollektivs im „Schaufenster“ wie auch durch die Sammlung des Museum Ostwall. Hübscher, die an der Technischen Universität Dortmund studiert und auch gelehrt hat und nun an der Kunstakademie Münster eine Gastprofessur innehat, „forscht zu Perspektiven intersektionaler Kulturanalyse und diversitätssensibler Kulturvermittlung im musealen Kontext und urbanen Raum.“ Sie ist zudem Initiatorin und Leitung des Raumes für künstlerische Forschung – frappanz e.V. in Dortmund.
Mit uns sprach sie während der Führung durch die Ausstellungen über das Auftreten der Guerilla Girls in den USA, unsere Interessen an einzelnen Werken und Aktionen des Kollektivs wie auch die Thematik der strukturellen Diskriminierung, unter anderem in Kulturbetrieben. Durch ihre Arbeit in der Jury der Freunde und Förderer des Museum Ostwall konnte Hübscher im Zuge der Preisverleihung des MO-Kunstpreises 2025 jüngst sogar persönlich auf „Kathe Kollwitz“ und „Frida Kahlo“, aus den USA angereiste Künstlerinnen der Guerilla Girls, treffen. Themen wie Gleichberechtigung, Gleichbehandlung, Sichtbarkeit von Künstlerinnen und gesellschaftliche Rollenbilder diskutierten wir ebenso wie persönliche Erfahrungen und wurden hierdurch angeregt, auch unsere eigenen Perspektiven zu hinterfragen und zu reflektieren.
Nicht zuletzt konnten wir auch Einblicke in die Forschungsthemen der Kulturwissenschaftlerin erhalten und einige Kunstwerke aus der Sammlung des MO genauer annähern, die sich einem Kunstbegriff des Schönen und Gefälligen entziehen. Schließlich berichtete Frau Hübscher uns auch von der Geschichte des Dortmunder U, eines Brauereiturms, dessen Umbau zur Kulturinstitution uns diesen Besuch erst ermöglichte.
Organisiert werden die Treffen der Mädchen-AG durch Herrn Mönig und Herrn Ridder, interessierte Schülerinnen können sich hier gern melden.


Quellen und Links zum Weiterlesen:
https://dortmunder-u.de/event/mo_kunstpreis-2025-guerrilla-girls