Wie lerne ich richtig? Nicht nur in Zeiten von Corona – Teil 2 von Hande Atici

Hier geht es zum ersten Teil des ausführlichen Beitrags von Hande Atici über das richtige Lernen.

Nun stelle ich dir zum Schluss meinen Lernplan vor, den ich während meiner gesamten Schullaufbahn bis heute benutzt habe:

Sobald ich den nächsten Klausurtermin bekomme, schreibe ich mir sofort in meinem Lernplaner auf, welchen jede Jahrgangsstufe von der Schule erhält. An Wochenendtagen bietet sich die größte Möglichkeit an, den Lernplan auszuführen. Früh aufstehen, gesund frühstücken und geplant zu lernen sind erfahrungsgemäß die besten Vorbereitungen. Abgesehen vom Lernen für Klausuren, plane ich auch meinen Alltag allgemein. Ich sage meinen Freunden immer: „10 Minuten die Woche planen, ersparen am Ende eine Stunde kostbare Frei- und Schlafzeit“. Wenn man sich den Tag wirklich einplant, mit strikt eingeteilten Arbeitszeiten arbeitet, wie zum Beispiel: „Nun beginne ich mit meinen Mathe-Hausaufgaben und setze mir einen Timer auf eine Stunde“, braucht sich keine Sorgen darüber zu machen, ob man nun die Aufgaben zum vorgegebenen Abgabetermin schafft oder nicht. Hier empfehle ich auch das Einstellen von Timern oder Alarmen, da sie einem etwas Druck machen, aber auch in gewisser Weise Motivation verschaffen. Nachdem ich die Mathe-Aufgaben erledigt habe, meditiere ich zehn Minuten oder laufe Zuhause rum und schaue, ob es was zu tun gibt. Ohne mich zu sehr abzulenken setze ich mich nach der kurzen Pause wieder an meinen Schreibtisch und fahre mit dem Lernen fort.

Auf meinem Schreibtisch befinden sich immer eine große Wasserflasche, meine Schreibtischleuchte und mein Etui. Es sollte nur das auf dem Tisch stehen, was man auch für den Moment braucht, die restlichen Materialien sollten entweder in der Schultasche oder auf dem Regal liegen. Eine Checkliste für den Tag hilft vor allem in der Oberstufe sehr, da man mit sehr vielen Aufgaben konfrontiert ist, die man in kurzer Zeit erledigen muss und genau da bietet sich die Erstellung eines Wochenplans an. Ohne einen festgelegten Fahrplan überlebt man die Oberstufe nicht.  

Neben den vielen Hausaufgaben und Verantwortungen, die wir tragen, sollten wir täglich mindestens für 20 Minuten an die frische Luft, um sich zu bewegen und auf andere Gedanken zu kommen. „Bewegung und Sport während der Lernphasen sind von großer Bedeutung und sollten nicht vernachlässigt werden“, sagte mir mein Sportlehrer Herr Stracke Seitdem ich seinen Rat befolge, hilft es mir wirklich durch den Tag zu kommen. Jede Form von Bewegung bringt sowohl physisch als auch psychisch viele Vorteile mit sich. Egal welche Art von Sport man treibt, Sport macht einen am Ende immer irgendwie glücklich.

Versuche am Ende des Tages wirklich ein Arbeitsende festzulegen – jeder Mensch muss ab einem gewissen Zeitpunkt mal abschalten und ins Bett gehen, denn in der ganzen Nacht vor der Klausur zu lernen, bringt nur Nachteile wie Müdigkeit, Schlappheit oder Konzentrationsmangel mit sich.

Ich kann verstehen, dass es vor allem im Lockdown im März 2020 allen schwer gefallen ist, den Tag zu strukturieren. Da kann ich nur von meinem Freundeskreis und meinen eigenen Erfahrungen berichten. Für viele war es eine Herausforderung, von Zuhause aus zu lernen. Teilweise hat sich bei manchen Tag und Nacht vertauscht, denn als im Juni der Präsenzunterricht wieder begann, als er Unterricht nach A/B Wochen Unterricht stattfand, erinnere ich mich noch an die Reaktion meines damaligen Deutschlehrers. Er hatte sich gewundert, warum einige SchülerInnen aus dem Deutschkurs um 3 Uhr morgens Hausaufgaben bei der Lernplattform Logineo hochgeladen hatten. Da lachten die Schüler, darunter auch ich, über die lustige Situation. Doch nun habt ihr für den zweiten Lockdown im Dezember 2020 einige Tipps, wie ihr in Zukunft eure Tage besser planen könnt.

Ich hoffe nur, dass diese Pandemie bald vorbei ist, denn es ist echt blöd, dass ständig SchülerInnen aufgrund eines positiven Corona-Testergebnisses für ca.10 Tage in Quarantäne müssen. Dies hat einen großen Nachteil, da die SchülerInnen den ganzen Stoff, den sie normalerweise in der Schule gemeinsam mit dem Kurs besprechen, zuhause selbstständig erlernen müssen und trotz allem zu den Terminen erscheinen. In solchen Fällen ist es wichtig, dass jede/r SchülerIn zuhause technisch ausgestattet ist, da das Home Office nur über die Technik und das Internet funktioniert. Daher werden bald im zweiten Schulhalbjahr im Unterricht iPads eingeführt, über die alle Schülerinnen und Schüler von der 8. bis zur 12. Klasse verfügen werden, was ich persönlich sehr vorteilhaft und gut finde.

Meine Nachricht an euch Schülerinnen und Schüler lautet wie folgt: Beginnt frühzeitig mit dem Lernen, plant euren Tag immer vor und genießt dann die stressfreien Stunden am Tagesende, die ihr mit euren Familien oder Freunden verbringen könnt. Die richtige Lernmethode entscheidet letztlich über den Erfolg, das heißt, dass man nicht erst am Wochenende vor der Prüfung anfangen sollte zu lernen und schon gar nicht erst am Tag davor!

Hande Atici