Wie lerne ich richtig? Nicht nur in Zeiten von Corona – von Hande Atici

Während der Corona-Pandemie fällt es vielen Schülerinnen und Schülern schwer, selbstständig zu lernen – bei den meisten hakt es schon bei der Vorbereitung oder bei der Einteilung der Lernzeiten.  Um dennoch erfolgreiche Ergebnisse erzielen zu können, stelle ich Dir nun einige Lerntechniken vor, die Dir beim Lernen, vor allem während dem Lockdown, helfen könnten.

Du solltest Deine gelernten Inhalte regelmäßig wiederholen, denn dies ist die einfachste und zugleich wichtigste Technik.

Achte darauf, dass Du das Erlernte auch wirklich verstehst und nicht nur stumpf auswendig lernst. Wenn du es nachvollziehen, anwenden und Verbindungen herstellen kannst, fällt es dir viel leichter, das Erlernte im Langzeitgedächtnis zu speichern.

Eine altbewährte Technik des Lernens ist das Schreiben von Karteikarten. Sie eignen sich besonders für das Erlernen von Begriffsdefinitionen, indem du den Begriff auf die Vorderseite und die zugehörige Definition auf die Rückseite schreibst. In einem Karteikasten kannst Du dann die Karten ganz nach vorn sortieren, die Du noch nicht beherrscht, während die bereits erlernten Karten nach hinten rutschen.

Gerade bei komplizierten Inhalten bringt die Mindmap Licht ins Dunkle. In der Mitte zentriert befindet sich das Thema, von dem du dann einzelne Unterpunkte als Äste abgehen. So kannst Du dir einen Überblick über komplexe Themen verschaffen und deine Gedanken optimal ordnen.

Das Erstellen von Listen kann Dir dabei helfen, Struktur in deinen Lernstoff zu bringen. So lassen sich die vielen Informationen zunächst ordnen. Auch komplexere Themen kannst Du durch Listen mit Stichpunkten etwas vereinfachen.

Vor dem Lernen solltest Du auf jeden Fall einen Lernplan erstellen, wonach Du deine Lernzeiten einteilst. Wenn Du im Laufe der Woche eine Klassenarbeit oder Klausur schreibst und für eine gute Note viel lernen möchtest, solltest du dir den Tag auf jeden Fall einteilen. Zum Beispiel kannst Du 30-90 Minuten ununterbrochen lernen, brauchst aber dann eine Pause, um Dich auszuruhen und kurz für den Moment abzulenken. In dieser Zeit spiele ich zum Beispiel Klavier, spiele meinen Lieblingssong ab und tanze nach Gefühl und Rhythmus.

Finde die richtige Umgebung und trinke viel Wasser, denn hat man zu wenig getrunken, kann man sich nicht so gut konzentrieren. Auch wenn man keinen Durst hat, sollte man mehr als acht Gläser pro Tag trinken. Achte darauf, dass Du nicht einen zu vollen Bauch hast, denn wenn der Körper nach dem Essen mit der Verdauung beschäftigt ist, wird die Gehirnaktivität herunterfahren. Deshalb fällt das Lernen und Konzentrieren nach reichhaltigen  Mahlzeiten schwer.

Wenn Du lernst, dann solltest du immer farbige Textmarker parat haben, denn unterstreichen und farbig markieren hilft beim Lernen sehr.

Musik kann die Konzentration sehr fördern. Dabei ist zu beachten, dass sie das richtige Tempo hat, nicht zu schnell und nicht zu langsam. Man empfiehlt klassische Musik, Chillout oder auch Naturgeräusche. Auf YouTube, Spotify sowie in anderen Musik-Apps findet man eine große Auswahl von Musik solcher Art. An dieser Stelle möchte ich von Musik wie Metallica, Linkin Park oder Deutsch-Rap beim Lernen abraten, da sie uns entweder zu sehr aufregen oder zu sehr ablenken. Ich höre mir zum Beispiel immer klassische Stücke wie von Pachelbel, Nuvole Bianche oder Lofi hip hop mixes an.

Schreibe auf kleine Zettel deine Ziele oder Motivationssprüche auf und klebe sie an Deine Wand in Deinem Zimmer. Denn sobald Du dich überfordert fühlst, kannst Du dich mit deinen Sprüchen immer wieder motivieren.

Weitere Aspekte, die Du während deines Lernprozesses berücksichtigen solltest, sind: Positiv denken, genug schlafen, gesund ernähren, einen Lernplan erstellen, ausgiebig vorbereiten, regelmäßig üben, abwechslungsreich lernen, kreative Lernmethoden nutzen und richtig Auswendiglernen.

Was Du auf keinen Fall machen solltest: Dich mit Fernsehen oder Computerspielen belohnen, zu viel auf einmal lernen, zur falschen Zeit lernen oder alles mehrmals abschreiben, ohne weiter über Zusammenhänge nachzudenken. Damit ist gemeint, dass das Abschreiben dem Lernprozess nicht besonders hilft, da man den Inhalt ständig nur wiederholt und das Abgeschriebene somit nicht im Langzeitgedächtnis bleibt.

Besonders möchte ich die Wichtigkeit des Schlafes erwähnen. Wir lernen überhaupt nicht gut, wenn wir unter großem Stress stehen. Wer genug Zeit fürs Lernen einplant und auf einen gesunden Schlaf achtet, lernt viel besser. Finde Deine Ruhe und lerne geplant.

Hande Atici

Teil 2 folgt…